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Das Alles beherrschende Erdöl wird immer knapper. Für das Erdöl wird es in Zukunft, nachdem es verbraucht sein wird, sicher keinen ähnlich umfassenden Ersatzstoff geben. Für jede Form von Energieverbrauch wird man eine eigene CO2-freie Lösung finden müssen. Für die Landwirtschaft stellt der Einsatz von reinem Pflanzenöl eine sinnvolle Form als Nachfolgetreibstoff von Erdöl dar. Das Konzept der Einheit von landwirtschaftlicher Eiweiß- und Ölproduktion bietet gerade auch für die Landwirtschaft vieler Entwicklungsländer große Chancen. Denn, diese Länder sind aufgrund der für sie hohen Mineralölpreise derzeit schon vom Mineralölmarkt ausgeschlossen. Allerdings sind sie oft in der Lage, Öl und Eiweiß für menschliche und tierische Ernährung  selbst herzustellen.

Es ist in unserem Essen, es ist in unserem Treibstoff, es ist in unseren Maschinen, es ist in unseren Häusern - das Erdöl. Täglich werden 91,3 Millionen Barrel verbraucht, jeder Mensch braucht im Durchschnitt über 2 Liter davon pro Tag. Fest steht, Erdöl ist einer der wichtigsten Rohstoffe unserer Zeit. Ebenso steht fest, dass Erdöl auf keinen Fall der Rohstoff der Zukunft sein wird. Es gibt zwar noch große Erdölvorkommen, allerdings werden die Förderkapazitäten schon sehr bald geringer sein als die Nachfrage nach Erdöl. Dieser Übergang wird Peak-Oil genannt. Darüber, wann genau dieser Zeitpunkt eintritt, sind sich Experten noch uneinig. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass zukünftig die Nachfrage durch konventionelles Erdöl nur ungenügend bedient werden kann. Nur durch massive Investitionen kann die Nachfrage mithilfe schwerförderbarem Teersand, Schweröl, Ölschiefer, Ölsand, Polaröl , Fracking und diversen anderen Ölquellen bedient werden. Dann tritt laut Internationaler Energieagentur der Peak-Oil Übergang zwischen 2020 und 2035 ein (Quelle: World Energy Outlook 2012). Auf eine Diskussion der Sinnhaftigkeit solcher o.g. ökologisch noch um einiges bedenklicheren Ölförderungen verzichten wir hier. Die Kosten dieser Entwicklung wird von den Märkten vorausgesehen werden und schon lange davor zu stark steigenden Ölpreisen führen.

Wir sind überzeugt davon, dass die Abhängigkeit von Erdöl keineswegs durch ein einziges Nachfolgeprodukt abgelöst werden kann. Vielmehr muss für jeden Bereich, egal ob Straßenbelag, Treibstoff, pharmazeutische Produkte, Textilien, Düngemittel, Plastikprodukte, Dämmstoffe usw. ein eigener Weg gefunden werden. Diese Vision soll in der nachfolgenden Grafik veranschaulicht werden.

 

Erdlbrunnen s

 

Im unteren Bereich der Grafik ist das so genannte Zeitalter der alten Energie dargestellt. Das Erdöl ist als dominierender Rohstoff vorhanden. Möglicherweise kann die Menge an benötigtem Erdöl über die Jahre hinweg leicht abnehmen, was durch den schmaler werdenden Strahl dargestellt ist.

Anschließend erfolgt eine Übergangsphase, in der wir uns zurzeit befinden. Am Anfang der Übergangsphase dominiert das Erdöl noch klar, jedoch beginnt jede Branche, dargestellt durch die einzelnen Verästelungen, Alternativen für das Erdöl zu entwickeln und sich langsam davon zu entfernen. Die Abhängigkeit der jeweiligen Branche nimmt ab, bis sie zu 100 % von der Alternative abgelöst wird. Dies ist durch den Farbverlauf der einzelnen Äste vom Dunkelbraun des Erdöls hin zu den diversen Farben wiedergegeben.

Am Ende dieser Entwicklung steht die dritte Phase, die der neuen Energie, die aus einem bunten Mix unterschiedlichster Rohstoffe und Energieformen besteht. Das Erdöl hat in dieser Phase keine Bedeutung mehr, die Welt ist viel bunter geworden, hunderte neuer Ideen wurden realisiert und diese stehen auf nachhaltigen Beinen.

 

Einen dieser zahlreichen Wege stellen wir auf dieser Website vor. Wir sind fest davon überzeugt dass die Landwirtschaft ihre Abhängigkeit vom Erdöl als Treibstoff löst, indem sie das reine, unveränderte Pflanzenöl als Treibstoff verwendet. Technisch ist das heute in den modernen Dieselmotoren (Common Rail Motoren) problemlos möglich. Es gibt bereits serienreif entwickelte Pflanzenölmotoren, dezentrale Ölmühlen können Pflanzenöle nach der neuen Norm für Rapsöl- und anderen Ölkraftstoffen (DIN 51605 und DIN V 51623 ) herstellen, die Landwirte erhalten mit dem Presskuchen ein sehr gutes Futtermittel.

Ein wichtiger Effekt dieses Konzeptes liegt darin, dass damit extrem kurze Stoffkreisläufe realisiert werden können. Sowohl der Treibstoff als auch das Futtermittel wird am eigenen Acker hergestellt und zu einer nahen Ölmühle gefahren, wo es verarbeitet und wieder zurück an den Hof gebracht wird. Dies führt zu einem sehr effizienten und damit ökologisch nachhaltigen Kreislauf mit damit verbundenen sehr hohen Treibhausgaseinsparungen. Dieses regionale Wirtschaftsmodell bewirkt darüber hinaus, dass auch die Wertschöpfungskette regional verankert wird. Die finanziellen Mittel für Treibstoff und Futtermittel bleiben im regionalen Geldkreislauf. Damit können die Planungssicherheit der Landwirte erhöht, Arbeitsplätze geschaffen und gesichert und strukturschwache Regionen gestärkt werden. Daneben wird die globale Abhängigkeit von politisch und bezogen auf die Menschenrechte fragwürdigen Staaten verringert.

 

Warum nur die Landwirtschaft und nicht auch der Straßenverkehr?

Landwirtschaft wird auf Flächen betrieben, wo keine weitere Infrastruktur (zum Laden von Akkus, Wasserstofftankstellen) off Road zu Verfügung steht. Gleichzeitig benötigen landwirtschaftliche Maschinen sehr viel Energie über längere Zeiträume. Damit scheiden Elektroantriebe aus. Verbrennungsmotoren mit Pflanzenöl sind daher die idealen Energielieferanten. Zudem bietet die Landwirtschaft perfekte Rahmenbedingungen. Der Landwirt kann selbst die Saat, das Öl und das Futtermittel transportieren und lagern, es muss keine weitere Infrastruktur aufgebaut werden, es sind kaum Investitionen nötig. Pflanzenöle sind als Kraftstoffe der Natur sehr wertvoll. Sie sollten als Kraftstoffe nur dort eingesetzt werden, wo es wirklich notwendig ist.

Im Bereich des städtischen Verkehrs haben andere Konzepte, die der Elektromobilität aus unserer Sicht viel bessere Argumente und Chancen realisiert zu werden. Daneben bietet die Vernetzung mittels Internet und Carsharing sehr große Einsparmöglichkeiten. Auch im Fernverkehr können bessere Alternativen gefunden werden. Hier ist es aus unserer Sicht nur sehr selten notwendig, dass Pflanzenöle eingesetzt werden müssten.

 

Welche Auswirkungen und Chancen bietet das Konzept für Entwicklungsländer?

Die Preisentwicklung des Energiesektors hat bereits heute dramatische Auswirkungen auf die Entwicklungsländer, die Erdöl importieren müssen. Sie haben häufig ein Bruttosozialprodukt pro Einwohner das unter 10 % von dem eines OECD Mitgliedsstaates liegt. Auf dem Weltmarkt müssen sie jedoch dieselben Preise für das Rohöl bezahlen, was die volkswirtschaftliche Belastung der einzelnen Staaten im Vergleich zu OECD-Staaten in dieser Hinsicht verzehnfacht. Das hat zur Konsequenz, dass sie auf dieser Basis keine Chance für eine wirtschaftliche Entwicklung haben. Viele Entwicklungsländer geben heute schon mehr Geld allein für den Import von Erdöl aus als sie durch ihre gesamten Exporteinnahmen erzielen. Natürlich löst der Einsatz von Pflanzenöl in der Landwirtschaft das Mineralöl-Problem nur teilweise. Allerdings ist es besonders in Entwicklungsländern für die dort oft dezentrale Landwirtschaft ein wichtiger Schritt, die Abhängigkeit vom Weltmarkt zu reduzieren und regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken.

 

 Wie steht die Politik dazu?

In der EU- Meinungsbildung sticht eine Stellungname des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) positiv hervor. In einer Stellungnahme stellt der Ausschuss fest, dass es klimapolitisch und energetisch sinnvoll wäre, Pflanzenöle naturbelassen direkt zu nutzen und sie keinen weiteren Verarbeitungsschritten zu unterziehen (siehe Anlage V Teil A der Richtlinie 2009/28/EG). Der Ausschuss schlägt der EU-Kommission vor eine Strategie zu entwickeln, „die wie im Falle der geplanten europäischen Eiweißstrategie die Notwendigkeit der Bereitstellung von Energie energieeffizient mit natür­lichen Prozessen z.B. im Land- und forstwirtschaftlichem Bereich verbindet. Das bedeutet:
Der Anbau von Ölpflanzen in Europa, die gleichzeitig Eiweißfutter und Pflanzenöle liefern (und somit Sojaimporte ersetzen), sollte im Rahmen nachhaltiger landwirtschaftlicher Anbaumethoden gefördert und nicht beschränkt werden." Weiter schreibt der Ausschuss in seiner Stellungnahme: „Zu erneuerbaren Energien in der Landwirtschaft hat sich der EWSA bereits mehrfach geäu­ßert und u.a. darauf verwiesen, dass dort mit der Nutzung reiner Pflanzenöle interessante Nut­zungsalternativen vorhanden sind. Österreich beispielsweise greift entsprechende Ergebnisse eines von der Kommission im Rahmen des 7. FP geförderten Projektes zur Nutzung von rei­nen, chemisch nicht veränderten Pfla
nzenölen auf und wird von deren Nutzung in der Land­wirtschaft verstärkt Gebrauch machen.“

Eine ähnlich positive Haltung gibt es im Nachbarland zu Österreich: Im September 2014 wurde das bayrische Förderprogramm“ RapsTrak 200“ vorgestellt, bei dem 200 pflanzenölbetriebene Traktoren gefördert werden. Es stellt den Einstieg in eine längerfristige Strategie dar, die den Einsatz von Rapsölkraftstoffen in der Land- und Forstwirtschaft und die damit gekoppelte Erzeugung von Eiweiß-Futtermitteln – der größere Teil des Ernteguts – voranbringen soll.

Diverse Gremien unterstützen das Konzept, dennoch müssen insgesamt noch bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich das Pflanzenöl als Treibstoff in der Landwirtschaft flächendeckend durchsetzt. Dazu braucht es vor allem auch auf europäischer sowie auf Bundes-und Länderebenen engagierte Mitstreiter für diese auf vielen Ebenen sinnvolle Initiative.

 

 

 

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